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Mini-Selbstcheck: Neige ich zu übertriebenem Rechtfertigen?

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Aus einer simplen Erklärung wird bei Ihnen schnell eine kleine Verteidigungsrede, weil sie Angst haben, andernfalls falsch rüberzukommen oder bewertet zu werden? Vielleicht neigen Sie zum übertriebenen Rechtfertigen.
Wer sich häufig unter Rechtfertigungsdruck fühlt, sollte sein Verhalten genauer beobachten. Ein Selbsttest kann bei der ersten Einschätzung helfen. Sechs Fragen sollen spontan mit «Ja» oder «Nein» beantwortet werden. Unkritisch ist es, wenn man sich höchstens einmal erkennt, wie Psychologin und Therapeutin Ulrike Bossmann erklärt. Wer zweimal oder öfter mit Ja antwortet, könnte mal genauer hinschauen, in welchen Situationen man zum Rechtfertigen neigt.
Die Fragen:
- Fühle ich deutliche innere Anspannung, wenn ich mich nicht erkläre?
- Erkläre ich mich auch dann, wenn niemand eine Erklärung verlangt?
- Dient mein Erklären eher meiner Beruhigung als der Information anderer?
- Reicht eine Erklärung nie wirklich aus (Gedanken kommen wieder)?
- Habe ich Angst, unfair, egoistisch oder schlecht zu wirken, wenn ich es nicht tue?
- Kreise ich innerlich weiter, selbst nachdem ich mich erklärt habe?
Manchmal helfen schon einfache Strategien, das Verhaltensmuster zu überwinden. Etwa sich vorzunehmen, kurz und knapp zu bleiben (maximal ein Satz, dann nichts nachschieben) oder sich selbst mit einem mitfühlenden Satz zu stärken («Ich darf existieren, ohne mich zu erklären»). Manchmal ist übertriebenes Rechtfertigen aber auch Teil einer psychischen Erkrankung. Dann brauchen Betroffene unter Umständen auch professionelle Hilfe.
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(30.04.2026)


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